Katar


Katar
Qatar

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Kạ|tar [auch: 'ka:… , …'tar ]; -s:
Staat am Persischen Golf.

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Kạtar,
 
 
 
Fläche: 11 437 km2
 
Einwohner: (2000) 599 000
 
Hauptstadt: Doha
 
Amtssprache: Arabisch
 
 
Währung: 1 Katar-Riyal (QR) = 100 Dirham
 
Zeitzone: 1500 Doha = 1200 MEZ
 
Qạtar [k-], amtlich arabisch Daulat al-Qạtar, Staat am Persischen Golf, auf der gleichnamigen Halbinsel, grenzt im Süden an Saudi-Arabien; mit etwa 11 386 km2 (ohne der seit 2001 zu Bahrain gehörenden Insel Hawar) etwa halb so groß wie Hessen, (2000) 599 000 Einwohner. Hauptstadt ist Doha, Amtssprache Arabisch; Währungseinheit: 1 Katar-Riyal (QR) = 100 Dirham. Uhrzeit: 1500 Doha = 1200 MEZ.
 
 Staat und Recht:
 
 
Nach der provisorischen Verfassung vom 2. 4. 1970 (1972 ergänzt) ist Katar eine absolute Monarchie (Emirat). Staatsoberhaupt und oberster Inhaber der Legislative und Exekutive (Regierungschef) ist der Emir. Ein vom Emir ernannter Ministerrat fungiert daneben als ausführendes, ein Konsultativrat (35 ernannte Mitglieder) als beratendes Organ. Ein Parlament existiert nicht.
 
Parteien:
 
In Katar gibt es keine politische Parteien.
 
 
Das runde Wappen zeigt über zwei Krummschwertern auf einer Wasserfläche eine Dau sowie eine Insel mit zwei Palmen. In der in den Landesfarben Braun und Weiß gehaltenen Umrandung befindet sich die Staatsbezeichnung in arabischer (oben) und englischer Sprache (unten).
 
Nationalfeiertage:
 
3. 9. (Tag der Unabhängigkeit).
 
 
Die weltliche Gerichtsbarkeit wird durch je einen oberen und unteren Strafgerichtshof, einen Handels- und Zivilgerichtshof, ein Arbeitsgericht sowie einen Appellationsgerichtshof ausgeübt. Außerdem gibt es Schariagerichte.
 
 
Die Gesamtstärke der Freiwilligenarmee beträgt 9 400 Mann. Das Heer (8 000 Soldaten) ist gegliedert in drei mechanisierte Infanteriebataillone, ein Panzerbataillon, je ein Garde- und Artillerieregiment, ein Bataillon Spezialkräfte und zwei leicht gepanzerte Regimenter. Luftwaffe und Marine haben je 700 Soldaten. Die Ausrüstung umfasst neben leichten Waffen v. a. 24 Kampfpanzer AMX-30, 20 Kampfflugzeuge (Mirage F-1, Alpha Jet), 3 Schnellboote und eine Anzahl weiterer Kleiner Kampfschiffe. Im Juni 1992 schloss Katar ein Verteidigungsabkommen mit den USA.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
Die wüstenhafte Halbinsel Katar springt etwa 170 km in die flachen Gewässer des Persischen Golfs vor und ist bis 80 km breit. Von den Salzsümpfen und Dünen im Süden steigt das Festland leicht nach Norden zu einer flachen Kalksteinebene, die nur von wenigen Oasen durchsetzt ist, bis maximal 95 m über dem Meeresspiegel an. Es herrschen hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit. Frei fließendes Wasser ist nicht vorhanden; lediglich in Senken wird der schnell sinkende Grundwasserspiegel erreicht und das Wasser durch die Landwirtschaft genutzt. Die Bevölkerung in den Städten wird durch zwei Meerwasserentsalzungsanlagen (Kapazität 75 Mio. m3/Jahr) mit Trinkwasser versorgt.
 
 
Die Bevölkerung wächst durch natürlichen Wachstum (1985-94: 4,5 %) und Zuwanderung rasch an (1960: 45 000 Einwohner, 1980: 229 000 Einwohner; 1996: 550 000 Einwohner). Der Anteil der Ausländer (Inder, Pakistani, sonstige Araber, Iraner) liegt heute bei 75 %.
 
 
Über 92 % der Bevölkerung sind Muslime. Etwa 80 % bekennen sich zum sunnitischen Islam und gehören mehrheitlich als Wahhabiten der hanbalitischen Rechtsschule an. Der sunnitische Islam ist Staatsreligion; ihm gehört die gesamte einheimische Bevölkerung an. Eine schiitische Minderheit bilden die in Katar lebenden Iraner. Unter den übrigen Ausländern bestehen religiöse Minderheiten der Christen, Hindus und Bahai. Die rd. 6 % Christen gehören zum großen Teil der katholischen Kirche und verschiedenen orientalischen Ostkirchen an. Die Religionsausübung der nichtislamischen religiösen Minderheiten wird toleriert, ist jedoch auf Privaträume beschränkt.
 
 
Es besteht keine Schulpflicht, jedoch ein breites kostenloses Bildungsangebot von der Grundschule bis zur Universität. Die Grundschule wird ab dem 6. oder 7. Lebensjahr sechs Jahre lang besucht. Die weiterführenden Schulen umfassen drei Jahre und sind in die Zweige allgemein bildend, berufsbildend und Koranschule unterteilt. Die Analphabetenquote beträgt 21,1 %. Die Universität von Katar (gegründet 1973) befindet sich an der Küste (Al-Markhiah) bei Doha, ferner gibt es drei Fachschulen.
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
Bei geringen agrarischen Ressourcen (0,4 % der Staatsfläche sind Bewässerungsland) und unbedeutender landwirtschaftlicher Produktion (Anteil der Landwirtschaft einschließlich Fischerei am Bruttoinlandsprodukt nur 1 %), die nur maximal 20 % des Nahrungsmittelbedarfs, v. a. Gemüse, Frischfleisch und Fisch (Fischfang 1993: 6 994 t) deckt, haben die Vorräte an Kohlenwasserstoffen Katar mit einem jährlichen Bruttosozialprodukt (BSP) von (1994) 14 540 US-$ je Einwohner zu einem der reichsten asiatischen Länder gemacht. Die Erdöl- und Erdgaswirtschaft ist seit 1949 der wichtigste Wirtschaftsbereich (1976 verstaatlicht). Seit 1949 wird über den Hafen Umm Said Rohöl v. a. nach Ostasien exportiert (1994: 20 Mio. t). Zu den ausgebeuteten festländischen und untermeerischen Ölfeldern (je die Hälfte der Reserven von 570 Mio. t) kommen die seit 1991 genutzten größten Erdgasvorkommen am Persischen Golf mit dem an Iran angrenzenden Nordfeld (Reserven: 6,5 Billionen m3, entspricht etwa 12 % der bekannten Weltreserven und gilt als die größte Naturgaslagerstätte der Welt; Gasverflüssigung in Ras Laffan seit 1997). In einem 2002 beschlossenen regionalen Gasversorgungsprojekt, dem ersten dieser Art im Nahen Osten, wird Katar Naturgas (nach Reinigung in Ras Laffan) über eine Unterseepipeline nach Abu Dhabi (VAE) liefern. Ähnliche Vorhaben sind für Kuwait und Bahrain geplant. Die Inbetriebnahme des Versorgungssystems ist für 2005 vorgesehen. Als erster Staat am Persischen Golf entwickelte Katar seit 1969 ein Industriekonzept für den Standort Umm Said mit der Produktion von Stickstoffdünger (seit 1973; 825 000 t/Jahr), Äthylen (ab 1981; 350 000 t/Jahr) und Stahl (seit 1982; 550 000 t/Jahr); Anlagen für Kraftstoffadditive und Methanol sind im Bau. Im Industriegebiet von Doha förderte der Staat die Entstehung zahlreicher Konsumgüterbetriebe (Lebensmittel, Baustoffe, Textilien).
 
 
Die Handelsbilanz ist stets positiv (Importwert 1993: 6,88 Mrd. Riyal, Exportwert: 11,58 Mrd. Riyal), jedoch gleichen die Geldüberweisungen der Gastarbeiter und Unterstützungsgelder des Staates an befreundete islamische Staaten diese fast wieder aus. Exportiert werden neben Erdöl (Exportanteil 1994 75 %) und Flüssiggas auch Handelsdünger, petrolchemische Produkte und Stahl. Zur Versorgung der Bevölkerung müssen Nahrungsmittel eingeführt werden (rd. 15 % der Importe). Wichtigster Handelspartner ist Japan.
 
Verkehr:
 
Das sehr gut ausgebaute Straßennetz hat eine Länge von etwa 1 300 km, erschließt alle Landesteile für die voll motorisierte Bevölkerung und verbindet Katar mit Saudi-Arabien (direkte Verbindung durch umstrittene saudische Grenzposten behindert) und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Erdölhäfen sind Umm Said und das Terminal bei der Insel Halul; der Seehafen Doha ist wenig bedeutend, da ein Teil der Güter über Dammam (Saudi-Arabien) und Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) importiert wird. Der internationale Flughafen von Doha (0,8 Mio. Passagiere/Jahr) hat aufgrund der restriktiven Einreisepolitik (Lockerung für den Tourismus seit 1994) lediglich regionale Bedeutung. Private Fluggesellschaft ist die Qatar Airways, eine staatliche Beteiligung besteht an der Gulf Air in Bahrain.
 
 
Im 9./10. Jahrhundert unter der Herrschaft Bahrains; seit um 1750 beherrschten Beduinenstämme unter den Sippen der Al Chalifa (Hauptstadt: Subara) und Al Thani (Hauptstadt: Duat al-Beida) Katar und Kuwait. 1766 gründeten die Utub von Kuwait auf der Halbinsel Katar ein Scheichtum, 1810/11 von Oman zerstört, stand dann unter der Hoheit von Bahrain. 1868 als selbstständiges Scheichtum anerkannt, geriet es jedoch unter osmanische Herrschaft (1872-1916). Scheich Abd Allah II. (1913-49) schloss am 3. 11. 1916 mit Großbritannien einen Protektoratsvertrag, der dem Herrscher Beziehungen mit anderen Staaten ohne britische Erlaubnis untersagte. Ersten Rohölfunden (1939) folgten Erdölexporte (ab 1949) und wirtschaftlicher Aufschwung zu einem der wohlhabendsten Staaten der Welt. Im Zuge der Aufgabe der britischen Stützpunkte »östlich von Suez« ab Januar 1968 erklärte Katar am 1. 9. 1971 seine Unabhängigkeit (am 3. 9. 1971 Freundschaftsvertrag mit Großbritannien); der (seit 1960) regierende Scheich Ahmed Ibn Ali nahm am 4. 9. 1971 den Titel Emir an. Katar wurde Mitglied der UNO und der Arabischen Liga. Am 22. 2. 1972 (unblutiger Staatsstreich) übernahm der bisherige Ministerpräsident Scheich Chalifa Ibn Ahmed Al Thani die Macht und den Titel des Monarchen von seinem Cousin; 1974 erfolgte die Verstaatlichung der im Lande tätigen Erdöl fördernden Gesellschaften. Unter dem Eindruck der fundamentalistisch-islamischen Revolution in Iran (1979) beteiligte sich Katar 1981 an der Gründung des Golfrates und schloss 1982 einen Sicherheitspakt mit Saudi-Arabien. Grenzkonflikte mit Bahrain (1978/82, 1986, 1991) um die Insel Hawar blieben (bisher) ungelöst. Im 2. Golfkrieg (Januar/Februar 1991) war Katar eine Stationierungsbasis für Flugzeuge der antiirakischen Front unter Führung der USA. Am 27. 6. 1995 erklärte Kronprinz Hamad Ibn Chalifa Al Thani (mit Unterstützung des Konsultativrates) seinen im Ausland weilenden Vater für abgesetzt und sich zum Staatsoberhaupt; Anfang 1997 wurde dessen Rückkehr vereinbart.
 
 
M. F. Hassan: Agricultural development in a petroleum-based economy: Qatar, in: Economic development and cultural change, Bd. 27 (Chicago, Ill., 1978);
 R. el Mallakh: Qatar. Energy and development (London 1985);
 R. S. Zahlan: The creation of Qatar (ebd. 1979);
 G. Horndasch u. K. Schliephake: Petro-industrialization in Qatar - achievements and prospects, in: Orient, Jg. 26 (1985);
 W. Ritter: Qatar. Ein arab. Erdölemirat (1985);
 
Die kleinen arab. Golf-Staaten Qatar, Bahrain u. Vereinigte Arab. Emirate. Grundlagen u. Prozesse der aktuellen wirtschaftsräuml. Entwicklung, hg. v. K. Schliephake (1995).

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Kạ|tar; -s: Scheichtum am Persischen Golf.

Universal-Lexikon. 2012.

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